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Berlin ist doch die toleranteste Stadt Deutschlands

Meine Freundin wohnte einst in Potsdam – das ist die von uns (Berlin) aus verpöhnteste Ecke derzeit, da man dort ja als Schwarzer keine 3 Meter weit kommt ohne vom Nazipack krankenhausreif geschlagen zu werden, heisst es. Wie dem auch sei…

Sie hat noch ein Potsdamer Kennzeichen am Auto. Dieses parken wir vor unserer Haustür, mitten in Berlin-Steglitz. Am Block parken Tag für Tag noch weitere ca. 20 Fahrzeuge mit Berliner Kennzeichen. Und jetzt beginne ich mal mit der Aufzählung besonderer Vorkommnisse:

– 1 Mal pro Woche streckt man uns den Mittelfinger raus
– 1 Mal pro Woche brüllt ein Anwohner lautstark herum wir sollen doch zurück nach Brandenburg, sobald wir einparken
– 1 Mal pro Woche wird der Seitenspiegel mit einem Schuhsohlenabdruck versehen
– 2-3 Mal pro Woche läuft Spucke die Seitentür herunter
– 1 Mal pro Monat liegt ein Apfel/Stein/Müll auf dem Autodach
– bisher (6 Monate) wurde 2 Mal dieTür zerkratzt und eine Delle in die Seite getreten

Spannenderweise sind alle anderen – stets die selben – parkenden Autos mit B-Kennzeichen immer unversehrt, während für das Auto meiner Freundin inzwischen die Reparaturkosten den Kaufwert dreifach übersteigen. Ganz toll ist das!

Fahrradfahrer überholen andere Radfahrer ohne Schulterblick oder Zeichen, brettern auf der dritten Spur über rote Ampeln und schreien Obszönitäten durch die Luft wenn man schneller als 40 in der Stadt fährt. Fussgänger schauen nach LINKS, wenn sie aus der Haustür laufen um dann nach rechts loszulatschen. Gemüsehändler stellen knapp 40 Kisten Obst auf den Weg und regen sich dabei über den Türken um die Ecke auf, der ihnen den Umsatz „vermasselt“…

Toleranteste Stadt Deutschlands? Vielleicht, aber dann auch zu Ignorant um überhaupt Tolerant zu sein. Es scheint ich sollte mir konkretere Gedanken machen das Land zu wechseln.


 

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